
Kronen Zeitung
NACH WUTREDE
Krisengipfel entscheidet über Zukunft von Glasner
Crystal-Palace-Coach Oliver Glasner muss nach seiner Wutrede gegen die eigene Klubspitze nicht mit dem Aus beim Londoner Premier-League-Verein rechnen. Das ergab eine Krisensitzung am Sonntag.
Zwar hätte die Kritik des Oberösterreichers die Führungsriege verärgert, berichteten englische Medien. Nach einem Krisentreffen am Sonntag zwischen Glasner und Vereinsboss Steve Parish wird aber erwartet, dass der spätestens im Sommer scheidende Coach seinen Vertrag bis Saisonende erfüllt, hieß es im „The Guardian“.
Glasner hatte nach der 1:2-Niederlage in Sunderland gemeint, die Mannschaft sei vom Vorstand im Stich gelassen worden. Auslöser war der bevorstehende Transfer von Marc Guehi zu Manchester City, dieser hatte gegen Sunderland bereits gefehlt. „Unseren Kapitän einen Tag vor einem Spiel zu verkaufen, dafür habe ich überhaupt kein Verständnis“, hatte der Coach unter anderem gesagt: „Wenn dir dein Herz zweimal in einem Jahr herausgerissen wird, zuerst mit Eze, einen Tag vor einem Spiel im Sommer, und mit deinem Kapitän einen Tag vor einem Spiel – das kann ich nicht verstehen.“
Glasner spielte dabei auf den Wechsel von Eberechi Eze im August 2025 zu Arsenal an. Er sei seit über 30 Jahren im Fußball aktiv, so etwas habe er noch nie erlebt. „Wir fühlen uns im Stich gelassen“, betonte der 51-Jährige. „Keine Unterstützung.“ Der Ausbruch kam einen Tag nach der Ankündigung Glasners, dass er den Selhurst Park im Sommer nach Auslaufen seines Vertrags verlassen werde. Das dürfte Parish laut „Guardian“ überrascht haben.
Aussprache mit Klubboss Parish
Die scharfen Worte am Samstag sollen schließlich auch für Bestürzung beim Palace-Vorsitzenden gesorgt haben. Medienberichten zufolge soll Parish abgewogen haben, ob es eine andere Option gibt als die Trennung von jenem Trainer, der Palace vor nur acht Monaten zum Gewinn des FA Cups geführt hatte. Nach Gesprächen mit dem einstigen Ried- und LASK-Coach am Sonntag soll Parish nun eine Vertragserfüllung Glasners bis zum Sommer befürworten.
Die Klubführung erwartet vom Trainer, dass dieser nach zehn Pflichtspielen ohne Sieg eine Wende herbeiführt. Von der einstigen Euphorie und Glückseligkeit bei den Londonern ist jedenfalls nichts mehr übrig geblieben. So könnte Leistungsträger Jean-Philippe Mateta noch abhanden kommen, Juventus Turin soll Interesse am Stürmer haben. Glasner hatte Crystal Palace im Februar 2024 übernommen und 2025 die größten Erfolge in der Vereinsgeschichte gefeiert – nach dem Gewinn des FA Cups folgte noch der Triumph im Spiel um den Community Shield, den englischen Supercup.
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Bild: AFP/PAUL ELLIS












